Urteil: Zuschläge für Nachtarbeit müssen gleich sein

Urteil: Zuschläge für Nachtarbeit müssen gleich sein

by ina

Zuschläge für regelmäßige und unregelmäßige Nachtarbeit müssen gleich sein, damit die Arbeitnehmer gleichgestellt sind. Das hat das Landesarbeitsgericht Bremen mit Urteil vom 10. April 2019 entschieden.

In der Pressemitteilung des Gerichtes dazu heißt es, „dass die tarifvertragliche Regelung des Manteltarifvertrags der Metallindustrie für das Unterwesergebiet in der Fassung vom 17. Dezember 2018, die für unregelmäßige Nachtarbeit einen Zuschlag von 50 Prozent zum Stundenlohn vorsieht, während regelmäßige Nachtarbeit lediglich mit einem Zuschlag von 15 Prozent vergütet wird, Arbeitnehmer, die regelmäßige Nachtarbeit erbringen, gegenüber Arbeitnehmern, die unregelmäßige Nachtarbeit leisten, gleichheitswidrig schlechter stellt.“

Geklagt hatte ein Arbeitnehmer, der regelmäßige Nachtarbeit in der Automobilproduktion leistet. Auf das Arbeitsverhältnis findet der Manteltarifvertrag der Metallindustrie für das Unterwesergebiet in seiner jeweils gültigen Fassung Anwendung. Der Manteltarifvertrag sieht für regelmäßige Nachtarbeit an fünf oder mehr aufeinanderfolgenden Arbeitstagen einen Zuschlag von 15 Prozent zum Stundenlohn vor. Für unregelmäßige Nachtarbeit an weniger als fünf aufeinanderfolgenden Arbeitstagen gewährt der Manteltarifvertrag aber einen Zuschlag von 50 Prozent.

Arbeitsmedizinisch kein Unterschied

Zur Begründung heißt es, dass nach bisherigem Kenntnisstand in der Arbeitsmedizin nicht davon ausgegangen werden könne, dass die Belastungen einer Nachtarbeit von fünf oder mehr aufeinanderfolgenden Tagen gesundheitlich geringer sind als die Belastungen von Nachtarbeit an weniger als fünf aufeinanderfolgenden Tagen. Die Belastung und Beanspruchung der Beschäftigten steige durch die Anzahl der Nächte pro Monat und die Anzahl der Nächte hintereinander, in denen Nachtarbeit geleistet werde. Die Anzahl der aufeinanderfolgenden Nachtschichten solle daher möglichst gering sein. (Quelle: https://www.landes­arbeits­gericht.­bre­men.de)

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